Rencontre auteur de langue allemande 2017

Statements der beiden Autorinnen

, par Elisabeth Etz, Katrin Steinberger

Eine Woche nach meiner Paris-Reise lässt sich über diese nur eine Bilanz ziehen : Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut !

Abgesehen von den zwei komplett freien Tagen, die ich praktisch „im Urlaub“ in der schönen Stadt verbringen durfte (vielen Dank dafür !), habe ich an den beiden besuchten Lycées zwei wunderbare Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern erleben dürfen.

Im Lycée Lucie Aubrac (17. Mai) hatte die Schulklasse bereits intensiv an meinem Text gearbeitet und von ihnen selbst gezeichnete Comics haben das eindrucksvoll bewiesen. Besonders gefallen haben mir die Strips, in denen sie sich – noch in Unkenntnis des Endes meines Buches – selbst einen Schluss für die Geschichte von Ali und Kevin ausdenken sollten : es war für mich sehr spannend, einmal zu sehen, welchen Abschluss sich andere für meinen Roman ausgedacht hätten.

Im Lycée Auguste Renoir (18. Mai) hatten die Schülerinnen und Schüler laut ihrer Lehrerin nicht so viel Zeit, um sich auf unser Treffen vorzubereiten, aber das wäre mir ohne diese Information nicht aufgefallen. Sie waren genauso interessiert, gut vorbereitet und bemüht wie ihre Kolleginnen und Kollegen am Tag davor.
In beiden Schulen verging die für unsere Begegnung vorgesehene Stunde viel zu schnell, ich bekam so viele gut durchdachte und kluge Fragen gestellt – nicht nur über mein Buch oder Literatur, auch über Österreich und Frankreich, über Politik und mein Leben (ja, selbst mein Tattoo) –, dass wir bestimmt noch länger weiterplaudern hätten können. Jedes Mal war nur kurz Zeit, um eine Stelle aus meinem Roman zu lesen, weil das gemeinsame Gespräch so im Vordergrund stand.
Besonders beeindruckt war ich vom Bemühen der Schülerinnen und Schüler, mit mir in der für sie noch schwierigen Fremdsprache zu kommunizieren. Gerade Deutsch ist nicht leicht zu erlernen und ich habe großen Respekt davor, wie sie alle in diesem jungen Alter so sicher und selbstbewusst aufgetreten sind. Ich hatte großen Spaß und viel Freude an diesen beiden Terminen. Ich hoffe sehr, dass es auch den Schülerinnen und Schülern gefallen hat, und ich möchte mich herzlich beim Deutschen Literaturfonds für die Finanzierung, beim Goethe Institut für die Gastfreundschaft, bei Frau Nicole Bary für die Vermittlung, bei Frau Elisabeth Thomas für die Betreuung und bei Frau Mathilde Buches für die tolle Vorbereitung in den Klassen bedanken ! Es war eine sehr schöne Erfahrung.
Katrin Steinberger

Im Rahmen des Kranichsteiner Jugendliteraturstipendiums, das ich für meinen Roman ’Alles nach Plan’ 2016 erhalten habe, bekam ich die Möglichkeit einer Lesereise nach Paris.

Natürlich habe ich zugesagt. Meine erste Lesereise ins Ausland ! Lesungen und Workshops in vielen Bundesländern Österreichs war ich gewohnt, aber wie das mit Schüler/innen gehen sollte, die Deutsch als Fremdsprache lernten ? Ich war gespannt.

Weil ich einen Wunschzeitraum angeben konnte, habe ich mir die Tage nach den Osterferien ausgesucht – so hatte ich in der freien Woche davor Zeit, mit dem Fahrrad entlang der Rue Verte von Paris bis nach England zu fahren und einen Teil Frankreichs, in dem ich davor noch nie war, besser kennenzulernen.

Mit dem Eurostar ging es dann zurück nach Paris, die erste Nacht übernachtete ich bei Freunden in Clamart und Frau Thomas war so nett, mich am nächsten Morgen direkt dort abzuholen und in die erste Schule nach Argenteuil zu fahren. Ich war einigermaßen nervös – man hatte mir davor gesagt, dass Lesungen in Frankreich anders ablaufen als im deutschsprachigen Raum, aber was ich mir darunter vorzustellen hatte, wusste ich nicht.

In Argenteuil wurde ich von Frau Witte und ihrer Klasse herzlich empfangen, die Schüler/innen hatten Fragen an mich und stellten mir anschließend die Projekte vor, die sie zu meinem Text gemacht hatten. Ich war begeistert – in Kleingruppen hatten die Jugendlichen die unterschiedlichsten Filmtrailer zu meinem Buch gestaltet. Jeder der Filme war einzigartig und ich bekam richtig Lust, eine verfilmte Version von ’Alles nach Plan’ zu sehen, so spannend waren die Trailer. Anschließend gab es Getränke und Kuchen für alle und wir plauderten noch in informellen Rahmen über dies und das.

Am Nachmittag war gleich die nächste Lesung in Versailles geplant. Frau Kother erzählte mir, dass das Projekt mit meiner Lesung noch nicht abgeschlossen ist und noch weitere spannende Aufgaben für die Jugendlichen geplant waren. Dennoch gab es schon viele Fragen an mich. Ich war beeindruckt von den Ausdrucksmöglichkeiten der Jugendlichen in einer Fremdsprache und fand es spannend, mit ihnen über mein Buch zu sprechen.

Mit Frau Thomas war ich an diesem Tag lange im Pariser Verkehr unterwegs - wir hatten im Auto angeregte Gespräche unter anderem über ihre Tätigkeit an den Schulen und das französische Schulsystem, so dass ich selbst den Umstand, dass wir längere Zeit im Stau steckten, als Gelegenheit zu neuen Eindrücken empfand.
Im Anschluss an die Lesung in Versailles fuhr mich Frau Thomas ins Goethe-Institut, wo ein Zimmer für mich bereit stand. Neben meiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeite ich als Lehrerin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, und es war spannend für mich, an einem Ort, den ich normalerweise als Arbeitsplatz hätte, zu übernachten.

Am nächsten Tag wurde ich von Frau Thomas pünktlich abgeholt um zur Schule in Sarcelles zu fahren. Dort waren Schüler/innen verschiedener Klassen, deren Deutschkenntnisse unterschiedlich waren. Da ich Französisch spreche, war es den Jugendlichen, die sich eine Frage auf Deutsch noch nicht zutrauten, möglich, die Frage auf Französisch zu stellen. Für die Antwort reichten meine Französischkenntnisse dann so spontan dann doch nicht aus – ich antwortete auf Deutsch und Frau Thomas war so nett, meine Antwort ins Französische zu übersetzen.
Mich hat fasziniert, wie ruhig die große Gruppe an Jugendlichen bei meiner Lesung und der Fragerunde geblieben ist, und mit welchem Interesse sie mir zugehört haben.
Im Anschluss daran gab es Brötchen und kleine Häppchen für alle, auch für die Schüler/innen. Dass es bei Lesungen etwas zu essen gibt, kenne ich so nicht, aber ich würde diesen Brauch gerne in Österreich einführen :)
Ich wurde gebeten, spontan ein paar Worte zu sagen – das war eine gute Gelegenheit für mich, mich bei allen Anwesenden zu bedanken und zu sagen, wie sehr ich mich freute, hier zu sein.

Am nächsten Tag hatte ich ’frei’, ich nutzte den Tag um eine Bekannte zu besuchen und einen gemeinsamen Radausflug zu machen. Am Freitag war dann meine vierte und letzte Lesung – diesmal nicht in einer Schule sondern in einem Seminar für Lehrer/innen zum Thema Projektarbeit.
Hier gab es weniger Fragen an mich, da die Lehrer/innen von ihren eigenen Projekten erzählten (u.a. erzählte Frau Kother, in deren Schule in Versailles ich war, vom Projekt mit meinem Buch). Dennoch hatte ich den Eindruck, dass die Lehrer/innen interessiert an meinem Text und meiner Lesung waren und sich auch nach Möglichkeiten, mit den Büchern des Kranichsteiner Jugendliteraturstipendiums zu arbeiten, erkundigten.

Ich muss sagen, dass ich von der Organisation und Durchführung der Projekte beeindruckt war und voller positiver Eindrücke wieder nach Hause gefahren bin. Dass das Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium mit der Möglichkeit dieser Lesereise verbunden ist, ist eine Bereicherung nicht nur für die französischen Schulen, die so eine/n deutschsprachige/n Autor/in kennenlernen können, sondern auch für mich als Autorin. Ich werde die Begegnungen in den Schulen, die Gespräche mit Lehrenden und Jugendlichen gut in Erinnerung behalten und beneide jetzt schon die Stipendiat/innen der kommenden Jahre, die dieses Erlebnis noch vor sich haben !
_Elisabeth Etz

Partager

Imprimer cette page (impression du contenu de la page)